g-Genus das geschlechtsneutrale Genus

Das g-Genus

Hier wird ein neues Genus für die deutsche Sprache vorgestellt, das eine grammatische Möglichkeit bietet, von Menschen unverkennbar geschlechtsneutral zu sprechen. Somit eignet es sich auch für geschlechtlich nichtbinäre Menschen. Das g-Genus ersetzt das so genannte „Generische Maskulinum“, das mindestens insofern nicht wirklich geschlechtsneutral sein kann, weil es sich grammatisch in nichts vom auf Männer bezogenen Maskulinum unterscheidet.

Seiteninhalt: Merkmale Vorteile Anmerkungen Weiterentwicklungen

Vom Genderstern zum g-Genus

Die Genderfuge (Genderunterstrich, -stern, -doppelpunkt) ist eine recht weit verbreitete Technik, sich unverkennbar geschlechtsneutral auszudrücken (bspw. „Jede*r wünscht sich eine*n beste*n Freund*in“). Jedoch hat diese Technik mehrere Nachteile, sodass es sinnvoll ist, sie zu verfeinern (siehe auch Kapitel „Genderstern“).

Am einfachsten lässt sich dies darüber erzielen, bei Wörtern mit Genusvariation am Wortende nur noch die feminine Variante zu verwenden und die Genderfuge am Wortstamm zu platzieren („Jed*e wünscht sich ein*e beste Freund*in“). Auf diese Weise resultieren keine schwer aussprechbaren Sätze mehr.

Wird die Substantiv-Endung -*in(nen) durch -is ersetzt sowie die verbleibenden Genderfugen durch o ersetzt und ans Wortende verschoben („Jedeo wünscht sich eineo beste Freundis“), erhält die bislang bloß stumme Genderfuge endlich einen vollen Klang. Ergänzt man dies noch um die Pronomen „hen(s-)“, entsteht ein vollständiges, unverwechselbar geschlechtsneutrales Genus. Und dies mit bloß drei neuen grammatischen Elementen (-o, -is, hen(s-) auf der Grundlage des recht einfachen Femininums)!

Dabei beruht das g-Genus nicht bloß auf dem einfachen Femininum, sondern führt es auch stets unverstellt mit sich. Dies vereinfacht das Erlernen des g-Genus, als es sich hierdurch auch für Ungeübte leicht entschlüsseln lässt (nämlich einfach durch Ausblenden des Endungs-o: „Jede(o) wünscht sich eine(o) beste Freundis“).

Es handelt sich also um eine überraschend sparsame Technik, geschlechtsneutraler Sprache ein eigenes Genus zu geben.

Merkmale

Grundmerkmale

    Vom Femininum her betrachtet:
  1. Substantive: „-is“ statt „-in(nen)“ (Singular und Plural).
    Auch anwendbar auf substantivierte Adjektive zur Bezeichnung von Personen (bspw. „Abgeordnetis“ statt „Abgeordneteo“).
    Bspw.: Schüleris, Leseris, Studentis, Arztis, Kollegis.
  2. Artikel(wörter): „dio“ statt „die“, ansonsten feminin + „-o“.
    Bspw.: (Wer? Wen?) „dio/ dieseo/ eineo/ jedeo Fahreris“ und (Wessen? Wem?) „dero/ diesero/ einero/ jedero Fahreris“.
  3. Adjektive: wie im Femininum (d. h. völlig regelhaft gemäß Grundregel).
    Also: nach gebeugtem Artikelwort „-e“ bzw. „-en“ ((Wer? Wen?) „eineo gute Fahreris“, (Wessen? Wem?) „einero guten Fahreris“), sonst wie Artikelwort ((Wer? Wen?) „guteo Fahreris“, „gutero Fahreris“, „Liebeo Ulli, ...“).
  4. Pronomen: „hen“ statt „sie“ und „hens-“ statt „ihr-“.

Beispiele

Trotz der recht simplen Ableitung aus dem Femininum, mag es zunächst etwas schwer fallen, alle Formen auf Anhieb richtig zu verstehen. Dies zeigt, wie selbst geringfüge Veränderungen eine auf Anhieb flüssige Anwendung erschweren, wenn noch keine Gewöhnung eingetreten ist.
Deswegen noch einmal der Tipp: Bei Schwierigkeiten oder zur Überprüfung das Endungs-o ausblenden und schauen, ob ein richtiges Femininum resultiert. Ähnlich leicht lässt sich „hen(s-)“ entschlüsseln: „hen“ ohne -s entspricht immer femininem „sie“ und mit -s immer femininem „ihr“.

Weitere Anwendungen

Das g-Genus lässt sich also sehr umfassend anwenden, ohne dass auch nur irgend eine Wortbildung sich völlig „schräg“ anhört. Nicht einmal auf „man“ und „zur“ braucht verzichtet zu werden!

Aussprache